DDSCM

Demand Driven Supply Chain Management (DDSCM)

In der heutigen Zeit behaupten die meisten Unternehmen von sich, sowohl hinsichtlich ihrer Lieferkette, als auch ihrer Produktion verbrauchsorientiert zu agieren. Die Praxis zeigt jedoch, dass die meisten Unternehmen ihre Prozesse noch vollkommen auf Prognosen und deren vermeintliche Genauigkeit stützen. Problematisch ist bei dieser Vorgehensweise ist die einfache Wahrheit, dass Prognose niemals genau zu treffen beziehungsweise in den meisten Fällen weit an der Realität vorbeigehen. Demand Driven – SCM kann an dieser Stelle durch ganzheitliche Verbrauchsorientierung helfen,  hohe Bestände, Lieferrückstände oder gar Produktionsstillstände zu vermeiden. Denn in all diesen Fällen entstehen für Firmen hohe Kosten und Gewinnminderungen.

 

Lösungsansatz: DDSCM

Genau an dieser Stelle setzt das Konzept des Demand Driven Supply Chain Management an. Nur durch eine ganzheitliche Umstellung der Prozesse, sowie des genutzten ERP Systems können Firmen wirklich verbrauchsorientiert, also demand-driven, planen. Das Geheimnis dabei ist die völlige Abkapselung der Planung von Prognosen, in deren Natur der Sache es liegt fehlerhaft zu sein.

Im Kontext von steigender Volatilität im Absatz und Komplexität in der globalen Beschaffung ist es unabdingbar, die Planungsmethoden dem Marktumfeld anzupassen um wettbewerbsfähig zu bleiben. Daher sollte man sich von den auf Prognosen beruhenden Materialbedarfsplanungstechniken (MRP-Techniken) lösen, um sich stattdessen hin zu mehr Flexibilität und Kundenorientierung durch echte Verbrauchssteuerung  zu entwickeln. Wir können die zukünftige Nachfrage niemals genau vorhersehen und daher ist eine Pull-Steuerung einem Push-Ansatz in seiner Genauigkeit immer überlegen. Logischer weise sollten Unternehmen weiterhin Rohstoffe und Sicherheitsbestände vorhalten, um einerseits Skaleneffekte auszunutzen und andererseits in jedem Fall Produktions- und Lieferfähig zu bleiben. Ziel des DDSCM ist es viel mehr die Denkweise hin zu echtem verbrauchsorientiertem Planen zu schulen, und damit die Abhängigkeit von auf Prognosefehlern beruhende MRP Planung soweit wie möglich abzulösen. Schritte dazu sind beispielsweise:

  • Verbrauchsgesteuerte Disposition und Priorisierung von Bedarfssignalen mit Hilfe von DDMRP Konzept, siehe Link
  • Kontinuierlicher Materialfluss und effizientere Nutzung von Produktionsressourcen beispielsweise unter Anwendung von „Rhythm Wheels“, siehe Link
  • Synchronisation von Planungsparametern entlang der gesamten Wertschöpfungskette durch einheitliche Kommunikation vom ersten Lieferanten bis hin zum Endkunden, um völlige Transparenz und Taktung entlang der Wertschöpfungskette zu schaffen
  • Einführung bzw. Umstellung zu modernerer Software Lösungen (bspw. SAP APO zu SAP IBP)

Bei konkreten Fragen für die Umsetzung von DDSCM in ihrem Unternehmen, kann bspw. die Camelot Management Consultants AG mit ihren Prozessexperten helfen.

 
Literatur:

Eagle, S. (2017). Demand-Driven Supply Chain Management: Transformational Performance Improvement.