Milkrun

Milkrun

Das Milkrun-Prinzip ist eine Methode zur Optimierung der internen und externen Beschaffungs- und Distributionslogistik.

Milkrun
Milkrun-Prinzip
Ursprung des Milkruns

Seinen Ursprung findet das Konzept in der traditionellen amerikanischen Milchauslieferung. Ein Milchjunge lieferte auf seiner Tour frische Milch nur an die Haushalte aus, an denen eine leere Flasche zum Mitnehmen bereitstand. Auch wenn in modernen Unternehmen die Anlieferprozesse etwas komplexer sind, basiert der Milkrun – ähnlich wie beim Milchjungen – auf der Idee, Material nur dann wieder aufzufüllen, wenn Bedarf besteht. Dieser kann durch Kanban-Karten signalisiert werden. Um bedarfsgerecht liefern zu können, muss demnach eine Route, ein Wiederbeschaffungszyklus und eine entsprechende Losgröße festgelegt werden.

In der Logistik wird der Milkrun in zwei Arten unterschieden:

  • Der intralogistische (innerbetriebliche) Milkrun
  • Der überbetriebliche Milkrun
Intralogistischer (innerbetrieblicher) Milkrun

Wie das lateinische Wort „intra“ (= innerhalb) bereits suggeriert, handelt es sich hierbei um einen innerbetrieblichen Transport auf einer festgelegten Route, welcher in der Regel feste Zeiten und Mengen sowie eine feste Strecke aufweist. Dabei werden Güter von einer Quelle innerhalb einer Produktionsstätte (Supermarkt) an verschiedene Senken (Produktionslinie) gebracht.

Durch die Einführung eines intralogistischen Milkrun-Systems sollen folgende Ziele erreicht werden:

Ziele des Milkruns
  • Versorgungssicherheit
  • Bestandsreduzierungen an den Produktionslinien
  • Geringerer Flächenbedarf in der Produktion
  • Gleichzeitige Entsorgung
  • Planbarkeit durch festgelegte Zeitfenster
  • Kostensenkung
  • Minimierter Handlungsaufwand
  • Auftrags-Kommissionierung
Überbetrieblicher Milkrun

Beim überbetrieblichen Milkrun werden nacheinander verschiedene Lieferanten (Quelle) oder Kunden (Wareneingang) in Form eines Transportkreislaufes angesteuert, in dem gleichzeitig Güter bzw. Leergüter ausgeliefert und aufgenommen werden können. Der Fokus liegt hierbei vor allem auf einem stets maximal gefüllten LKW auf der einen Seite, sowie möglichst wenigen Leerfahrten auf der anderen Seite. Auch hier sind die Strecken und Zustellzeiten im Kreislauf fest geplant.

Mit Hilfe des überbetrieblichen Milkrun-Systems werden folgende Ziele verfolgt:

  • Just-In-Time-Belieferung möglich
  • Geringe Transportzeiten
  • Geringere Transportkosten
  • Geringere Personalkosten
  • Nachhaltigkeit durch ökologisch sinnvollere Transportwege
  • Gleichzeitige Entsorgung

Der Milkrun ist mit seinen vielen Vorteilen ein wichtiger Baustein in der Beschaffungslogistik. Jedoch stellt das Transportkonzept aus planerischer Sicht einige Herausforderungen dar.

  • Zeitintensive Planung und Festlegung der Losgrößen, Wiederbeschaffungszeiten, Routen, usw.
  • Lieferzuverlässigkeit der Lieferanten
  • Güter im Prozess bedürfen einer konstanten Nachfrage

Literatur:

Werner, H. (2013). Supply Chain Management – Grundlagen, Strategien, Instrumente und Controlling. (5. Auflage, S.262-264).