Muda, Mura, Muri

Muda, Mura, Muri

Die 3 MUs (Muda, Mura, Muri) stammen aus dem Japanischen und sind drei Ansätze aus dem Bereich „Lean Management“ (Kaizen-Ansatz) und beschreiben die unterschiedlichen Verlustarten in einem Unternehmen, die unbedingt vermieden werden sollten.

  • Muda – Verschwendung
  • Mura – Unausgeglichenheit
  • Muri – Überbeanspruchung

Muda

Als Muda wird jede Art von Verschwendung bezeichnet. Damit sind alle Aktivitäten in einem Unternehmen gemeint, die Ressourcen verbrauchen, also Kosten verursachen, aber keinen Wert erzeugen. Dabei wird die Verschwendung in sieben verschiedene Arten untergliedert. Um sich die verschiedenen Arten zu merken, ist der Begriff „TIMWOOD“ entstanden, bei dem jeder Buchstabe für eine Verschwendungsart steht.

T – Transport                          = Transport

I – Inventory                            = Bestände

M – Motion                              = Bewegung

W – Waiting                             = Warten

O – Over-production               = Überproduktion

O – Over-engineering             = Falsche Prozesse/Technologie

D – Defects                             = Ausschuss/Nacharbeit

Transport

In einem Unternehmen müssen zwangsläufig Materialien transportiert werden, so dass der Transport zu einer notwendigen Verschwendung gehört. Jedoch entstehen bspw. durch lange Wege, Zwischenlagerung oder eine schlechte Anordnung der Maschinen und Produktionslinien unnötige Transportzeiten. Durch eine gute Planung und Koordination gilt es, diese Art von Verschwendung zu reduzieren.

Inventory

Hohe Bestände binden nicht nur das Kapital und erhöhen das Risiko bezüglich der Wertminderung, sondern verbergen zudem die eigentlichen Probleme in der Wertschöpfungskette, wie z.B.:

Arten der Verschwendung
7 Arten der Verschwendung. Durch Absenken der Bestände werden Verschwendung und Verluste sichtbar
  • Schlechte Planung
  • Schlechter Forecast
  • Unzureichende Liefertreue der Lieferanten
  • Lange Rüstzeiten
  • Lange Durchlaufzeit
  • Pufferbestände, um Maschinenausfälle zu kompensieren
Motion

Oftmals ist eine ungünstige oder fehlende Arbeitsplatzergonomie Grund für unnötige Bewegungen, wie bspw. das Suchen von Werkzeugen, Gang zur Werkzeugausgabe, usw. Durch die Einführung der 5-S-Methode kann in solchen Fällen schnell Abhilfe geschaffen werden.

Waiting

Hierbei ist die Zeitverschwendung durch Warten auf Material, Werkzeug, Informationen, Freigaben, Entscheidungen, usw. Während der Wartezeit kann der Mitarbeiter keine Wertschöpfung am Produkt vollziehen.

Over-production

Überproduktion entsteht, wenn mehr produziert wird, als von Kunden nachgefragt wird. Auch wenn bei der Überproduktion im klassischen Sinne zwar eine Wertschöpfung stattfindet, ist es jedoch nicht sicher, ob die erzeugten Güter jemals den Weg zum Kunden finden. Daher gilt die Überproduktion trotz der Wertschöpfung als Verschwendung. Zusätzlich wird sie sogar als die extremste Art der Verschwendung bezeichnet, da sie weitere Verschwendungen nach sich zieht, wie bspw.:

  • Raumbedarf
  • Betriebsmittel
  • Personal
  • Handhabung
  • sonstige zusätzliche Mehrkosten
Over-engineering

Von Over-engineering spricht man, wenn sowohl ein Produkt in höher Qualität oder mit mehr Aufwand erzeugt wird, als der Kunde erwartet oder zu zahlen bereit ist, als auch falsche oder ungeeignete Prozesse für die Erzeugung verwendet werden.

Defects

Ausschuss und Nacharbeit, die aufgrund mangelnder Qualität basieren, werden generell der Verschwendung zugeordnet. Hierbei sollte beachtet werden, dass fehlerhafte Produkte frühzeitig erkannt werden, damit sie nicht unnötig weitere Produktionsstufen durchlaufen und bearbeitet werden.

Ursprünglich existierten im Lean Management nur diese sieben Verschwendungsarten. Die 8. Art der Verschwendung – die ungenutzte Kreativität der Mitarbeiter – wurde erst später hinzugefügt.

Mura

Mura bedeutet so viel wie Unausgeglichenheit. Diese entsteht durch eine unregelmäßige Verteilung von Belastung, Störungen, und Abweichungen in Prozessen und Abläufen. Beispiele sind unterschiedliche Kundenwünsche, unterschiedliche Prozesszeiten oder unterschiedliche Arbeitsweisen der Mitarbeiter. Diese Unausgeglicheneinheiten verringern die Produktionseffizienz und müssen daher durch Heijunka oder andere Methoden behoben werden.

 

Muri

Muri beschreibt die Verluste, die durch die Überbeanspruchung bzw. Überlastung der Mitarbeiter und/oder der Maschinen entstehen. Eine Überlastung der Mitarbeiter führt langfristig zu einer körperlichen und geistigen Überbeanspruchung, welche sich in Form von Übermüdung, Unfallgefahr, Stress, erhöhter Fehlerhäufigkeit und sinkender Arbeitszufriedenheit äußert. Dagegen führt eine Überlastung der Maschinen zu Ausfallzeiten, höherem Ausschuss und Reparaturzeiten. In beiden Fällen sollte sorgfältig darauf geachtet werden, dass keine unnötige Überbeanspruchung eintritt.

 

Literatur:

Zollondz, H. 2013. Grundlagen Lean Management – Einführung in Geschichte, Begriffe, Systeme, Techniken sowie Gestaltungs- und Implementierungsansätze eines modernen Managementparadigmas. (S.28-34).