Postponement

Postponement

Der Begriff Postponement bezeichnet im Supply Chain Kontext die Aufschiebung der kundenindividuellen Differenzierung eines Standardproduktes. Im Gegensatz zur traditionellen Massenproduktion erfolgt die Differenzierung erst nach Auftragseingang. Bis zum Zeitpunkt des Auftragseingangs wird kundenanonym, basierend auf Zukunftsabsatzprognosen und anderen gängigen Produktionsplanungsmethoden, standardisiert produziert (gemäß dem Prinzip der Push-Steuerung). Nach Auftragseingang werden dann die standardisierten Produkte zu kundenindividuellen Produkten in verschiedene Varianten weiterverarbeitet (Pull-Steuerung).

Der Entkopplungspunkt, auch Decoupling Point, Order-Penetration-Point oder Push/Pull-Boundary genannt, stellt den Übergang von kundenunabhängiger zu kundenbezogener Fertigung dar. Ultimatives Ziel der Strategie ist es, eben diesen Entkopplungspunkt innerhalb der Supply-Chain soweit wie möglich ans Ende des Produktionsprozesses, und somit möglichst nahe an den Endkunden zu verlegen.

Man unterscheidet zwischen produktionsbezogenem (Assembly-) und logistischem Postponement. Assembly Postponement, wie oben beschrieben, ist Grundvoraussetzung für eine effiziente, kundenindividuelle Massenproduktion (auch Mass Customization genannt). Nur die Anwendung dieser Strategie ermöglicht die Herstellung individueller Produkte zu Kosten, die nur geringfügig über denen der Massenproduktion liegen. Die Skaleneffekte der Massenproduktion werden mit der Individualitätskomponente der Pull Produktion vereint und führen somit zur effizienten Massenproduktion mit geringen Beständen und großer Produktvielfalt.

Im Logistik Kontext wendet man häufig Geographic- Postponement an. Bei dieser Supply Chain Variante werden bereits differenzierte Produkte möglichst lange an einem zentralen Distributionszentrum gelagert, damit der Transport so spät wie möglich – sprich erst nach Kundenauftragseingang – erfolgen kann.

 

Push Produktion

Normale Fertigung

Postponement Strategy

Postponement Strategie mit Decoupling Point
 
Literatur:

Chopra, S., & Meindl, P. (n.d.). Supply Chain Management – Strategy, Planning, and Operation (6th ed., pp. 352-354).
Simchi-Levi, D., Kaminsky, P., & Simchi-Levi, E. (n.d.). Designing and Managing the Supply Chain – Concepts, Strategies, and Case Studies (3rd ed., pp. 350-351)