Qualitätswerkzeuge Q7

Die Qualitätswerkzeuge Q7

Die Sieben Qualitätswerkzeuge (Q7), auch als „Elementare Werkzeuge der Qualitätssicherung“ bezeichnet, wurden von dem Japaner Kooru Ishikawa zusammengestellt. Die Qualitätswerkzeuge sind einfache grafische Hilfsmittel, um Probleme identifizieren, analysieren und lösen zu können. Trotz ihrer Einfachheit sind sie erstaunlich wirksam.

 

Fehlersammelliste oder Datensammelblatt

Die Fehlersammelliste erfasst die Häufigkeit der einzelnen Fehlerarten. Ihre Anwendung ist einfach und liefert leicht verständliche Daten. Mit Hilfe der guten Übersicht können unmittelbar Trends erkannt werden, nach denen Fehler auftreten.

Abbildung einer Fehlersammelkarte
Fehlersammelkarte

Histogramm

Das Histogramm ist ein Säulendiagramm zur grafischen Darstellung einer Häufigkeitsverteilung einer größeren Menge von Daten, welche vorher in Klassen bzw. Gruppen zusammengefasst wurden. Bei der Häufigkeitsverteilung wird untersucht, in welchem Bereich die meisten Werte liegen und welcher der Mittelwert ist. Zusätzlich soll die Größe der Streuung und die Normalverteilung ermittelt werden. Da Histogramme eine Aussage über die Streuung von Prozessen ermöglichen, eignen sie sich ideal um Prozesse zu beurteilen. Zur Erstellung eines Histogramms empfiehlt sich in der Praxis die Verwendung einer CAQ-Software, welche die Messdaten direkt überträgt und das Histogramm automatisch erzeugt.

Q7 - Histogramm
Histogramm

Qualitätsregelkarte

Die Qualitätsregelkarte, auch Statistical Control Chart (SPC) genannt, dient zur regelmäßigen Kontrolle um herauszufinden, ob ein Prozess innerhalb der Toleranzgrenzen arbeitet. Werden festgelegte Grenzen überschritten, muss steuernd in den Prozess eingegriffen werden, um Qualitätsprobleme (wie bspw. Ausschuss oder Störungen) zu vermeiden.

Regelkarte
Qualitätsregelkarte

Pareto Analyse

Die nach Vilfredo Pareto (1848 – 1929) benannte Pareto Analyse ordnet Einflüsse nach ihrer Wichtigkeit. Sie wird häufig mit der 80/20 Regel, dem sogenannten Pareto-Prinzip gleichgesetzt. Das Prinzip besagt, dass in vielen Situationen 20% der beteiligten Faktoren 80% der Wirkung verursachen. Das Pareto-Diagramm visualisiert die Ungleichverteilung der Faktoren, sprich die wichtigen Ursachen werden von den weniger wichtigen eines Problems getrennt (ABC-Analyse). Grundsätzlich dient die Pareto Analyse nicht der direkten Problemlösung, sondern stellt ein Instrument zur Bestimmung von Problemen dar bzw. hilft sie diese zu priorisieren.

Pareto Chart
Pareto Analyse

Ishikawa- oder Ursache/Wirkung Diagramm

Das Ishikawa-Diagramm, auch bekannt als Ursache-Wirkungs-Diagramm oder Fischgrätendiagramm, basiert auf der Annahme, dass Probleme und Fehler häufig mehrere Ursachen haben, welche wiederum in vielen Fällen in einem Zusammenhang stehen. Im Ishikawa-Diagramm werden einem Problem die potenziellen Fehlerursachen zugeordnet um dadurch die Lösung des Problems zu erleichtern. Als Hauptproblemquellen gelten die 7 M: Mensch, Maschine, Methode, Material, Messen, Mitwelt, Management.

Ursache/Wirkung-Diagramm
Ishikawa-Diagramm

Stratifikation oder Brainstorming

Diese beiden Methoden haben die Zielsetzung des Trennens und Schichtens von Daten unterschiedlicher Herkunft gemein. Mit Brainstorming werden zu einem beliebigen Thema Ideen, Argumente oder Lösungsvorschläge gesammelt. Anschließend werden die Punkte diskutiert um dadurch die kreativen Potenziale der Gruppenmitglieder zur Entfaltung zu bringen. Ziel ist es, in kurzer Zeit eine große Anzahl an Lösungsvorschlägen zu finden.

Q7 - Brainstorming
Brainstorming

Korrelationsdiagramm

Das Korrelationsdiagramm ist ein Streuungsdiagramm, mit dem der Zusammenhang zwischen zwei Größen (z.B. Preis und Nachfrage) getestet wird. Beide Größen werden in ein Koordinatensystem eingetragen. Anschließend kann der grafischen Darstellung entnommen werden, ob und in welcher Intensität eine Korrelation vorliegt. Eine Korrelation liegt immer dann vor, wenn es eine eindeutige Beziehung zwischen zwei Merkmalen gibt. 

Abbildung: Korrelationsdiagramm
Korrealtionsdiagramm
Literatur:

Kamiske, G. (2009). Qualitätstechniken für Ingenieure. (2.Auflage S.11-59).