Tailored Postponement

Tailored Postponement

Tailored Postponement bezeichnet eine Sonderform des klassischen Assembly Postponement und stellt eine Mischung aus Push- und Push-/Pull- Produktion dar. Der Teil der Produktpalette, der vorhersehbar und relativ stabil in der Nachfrage ist, wird ohne verzögerte Individualisierung zu niedrigen Kosten produziert; und dann auf dem gewöhnlichen Vertriebsweg in die Zwischenlager, Großmärkte und Verkaufsmärkte gepusht. Der schwer vorhersehbare Teil des Produktportfolios, der sich nur schwer oder gar nicht vorhersagen lässt und durch verschiedenste Einfussfaktoren in Absatzmenge und -zeitpunkt variieren kann, wird durch klassisches Postponement in seiner Differenzierung aufgeschoben. Somit also näher an das Ende der Supply Chain gerückt. Das Prinzip der möglichst langen Aufschiebung der vom Kunden gewünschten Individualisierung eines Produkts wird also nur für einige Produkte genutzt. Dadurch können Bestände gesenkt und Flexibilität erhöht werden, während gleichzeitig Stückpreisreduktionen durch Skaleneffekte für den anderen Teil des Sortiments realisierbar bleiben. Eine klassische ABC Analyse eignet sich um Produkte – oder ganze Produktsegmente – zu identifizieren, die sich für die beschriebene Strategie eignen. Abgesehen von einer solchen Analyse muss die Segmentierung je nach Saison oder zumindest nach Jahresabschluss überarbeitet und gegebenenfalls angepasst werden.

Besonders gut eignet sich eine solche Strategie in der Modeindustrie, wo sich Standardprodukte von modischen Trendartikeln leicht abgrenzen lassen. Jedoch muss in dieser Branche auf Grund der starken Saisonalität und hohen Dynamik die Postponementmenge immer wieder angepasst werden.

Zara City Outlet Store

 

Ausführliche Informationen zur „Tailored Postponement Strategie“ von Zara und die Fertigungsaufschlüsselung von Massenware in Asien und Trendartikeln in Portugal finden Sie unter folgendem Link. Interessant ist in diesem Kontext auch die vertikale Integration des Mutterkonzerns Inditex Inc., sowie die Anforderungen an Supply Chain und Informationsaustausch innerhalb selbiger.

 

 
Literatur:

Chopra, S., & Meindl, P. (n.d.). Supply Chain Management – Strategy, Planning, and Operation (6th ed., p. 396).