Tailored Sourcing

Tailored Sourcing

Tailored Sourcing ist eine Einkaufsstrategie, bei der Firmen zwei Lieferanten(pools) nutzen. Ziel der Strategie ist es, zwei unterschiedliche Anforderungen in der Beschaffung von Materialien zu dennoch bestmöglichen Gesamtbeschaffungskosten zu gewährleisten. Unternehmen nutzen dabei eine Bezugsquelle, die sehr günstig produziert und liefert, sich jedoch mit Flexibilität schwer tut. Die andere Bezugsquelle muss folglich flexibel und reaktiv sein, um Schwankungen in der Bestellmenge, sowie kurzfristige Bedarfe und Änderungen bewältigen zu können. Logischer Weise bedingt die Flexibilität der zweiten Supply Source höhere Einkaufspreise.

 

 

Vorteil durch "angepasstes" Sourcing

Dennoch zeigt sich in der Praxis, dass eine Mischkalkulation aus zwei verschiedenen Bezugsquellen zu höheren Gewinnen führt. Grund dafür ist die preisliche Mischkalkulation von Low Cost Produktion für Standardprodukte einerseits, in Verbindung mit der flexiblen Produktion von stark in Absatz und Nachfrage schwankenden Artikeln andererseits. Zara beispielsweise produziert Standardkleidungsstücke wie T-Shirts, die das Modehaus ganzjährig stabil absetzt und weder von modischen Trends noch der Saison beeinflusst werden in Asien zu niedrigen Herstellungskosten. Gleichzeitig produziert man die modischen Kleidungsstücke, die eben diesen für die T-Shirts nicht zutreffenden Einflüssen unterliegen, in Europa. (Chopra, Meindl, S.398)

Während Low Cost Producer relativ leicht zu finden sind, sollten Lieferanten, von denen Flexibilität und stetige Verfügbarkeit erwartet wird, ans eigene Unternehmen gebunden werden. Grundsätzlich muss man bei dieser Strategie Lieferanten entweder „erziehen“ (Lieferantenschlungen, Rahmenverträge, Strafklauseln etc.) oder durch Investments oder Partneschaften am eigenen Unternehmenserfolg beteiligen. Eine weitere extreme Methode ist die Integration eines Lieferanten durch Aufkauf oder ähnlich kapitalintensive Ansätze, die zumeist jedoch nur für Großkonzerne umzusetzen sind.

Im kleinen Rahmen kann jedoch jedes Unternehmen global bestellen und verschiedene Bezugsquellen nutzen. Online Plattformen wie Alibaba bieten Unternehmen die Möglichkeit, gewerblich das gleiche Online Angebot zu nutzen, das Privatkunden auf Amazon oder ähnlichen Portalen vorfinden. Auf diese Weise können ausgewählte Produkte, die im Ausland günstiger sind, über solche Portale bestellt werden. Während Unternehmen ihre Standardprodukte weiterhin von Kontraktlieferanten mit festen Rahmenverträgen beziehen können.

Literatur:

Chopra, S., & Meindl, P. (n.d.). Supply Chain Management – Strategy, Planning, and Operation (6th ed., pp. 397-398).